Braveheart - Die Legende um William Wallace

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BraveheartMit diesem Meisterwerk machte sich Regisseur und Hauptdarsteller Mel Gibson unsterblich
Mittlerweile ist es bereits über zehn Jahre her, dass Braveheart die Kinofans in seinen Bann zog und auch die Filmkritiker begeisterte - doch der Film hat nichts von seinem ursprünglichen Glanz verloren. Im Gegenteil, heute zählt das Historienepos um den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace in seinem Genre zu den besten Filmen aller Zeiten, wenn nicht zu einem der besten Filme überhaupt. Wem läuft es nicht jedes Mal aufs Neue kalt den Rücken herunter, wenn William Wallace alias Mel Gibson mit letzter Kraft seinen sehnlichsten Wunsch in zwei Silben in die Welt hinausschreit? FREI-HEIT!!!

Der Plot
Der Film erzählt den unfreiwilligen Aufstieg des Bauern William Wallace (Mel Gibson) zum schottischen Freiheitskämpfer, Märtyrer und Nationalhelden. Im Kindesalter verliert William seinen Vater und seinen Bruder durch einen verräterischen Hinterhalt des englischen Königs Edward I (genannt ‘Edward the Longshanks’, übersetzt: ‘Edward, das Langbein’) an vielen schottischen Freiheitskämpfern. Von seinem Onkel in Kontinentaleuropa mit einer guten Bildung grossgezogen, kehrt er nach Schottland zurück um ein ruhiges Leben als Bauer zu führen. In der Zwischenzeit sind aber englische Adlige von Edward I nach Schottland umgesiedelt worden um das Nachbarland zu kontrollieren und sie nutzen ihre Macht bis ins Letzte aus. Als Wallaces Frau Murron von einem dieser Adligen getötet wird, nimmt er mit seinen Clan-Brüdern Rache und wird somit unfreiwillig entgegen seinen Plänen für ein ruhiges Leben doch zum Freiheitskämpfer. Seine Anhängerschaft wird immer grösser und auch die schottischen Adligen, die sich nicht trauten sich gegen England zu erheben, werden auf Wallace aufmerksam, besonders nach seinem Sieg über die weit überlegenen Engländer in der Schlacht von Stirling Bridge. Wallace sucht für die Freiheit Schottlands die Unterstützung des als schottischer König gehandelten Robert the Bruce, sieht sich allerdings immer wieder neuen Widerständen gegenüber, besonders aus dem eigenen Lager. Hilfe bekommt er allerdings von der französischen Frau des englischen Thronfolgers, Prinzessin Isabelle (Sophie Marceau), die eine Liebesbeziehung mit Wallace beginnt.

Der Film
Braveheart ist ein Meisterwerk um Liebe, Kampf, Mut, Verrat, Ehre, Stolz, Leidenschaft und das Martyrium eines Mannes für seine Ideale. Der Historienepos ist von Mel Gibson meisterlich inszeniert und die Rolle des William Wallace wird von ihm überzeugend verkörpert. Der fantastische Soundtrack untermalt besonders die emotionalen Szenen des Films, die Landschaftsaufnahmen sind beeindruckend, doch besonders die aufwendigen historischen Schlachten von Stirling und Falkirk sind absolut sehenswert, wenn auch von manchen als etwas brutal erachtet (aber dadurch nur umso realistischer). Nicht umsonst gewann der Film bei der Oscarverleihung 1996 bei 10 Nominierungen 5 Academy Awards (Oscars), u.a. als bester Film und für die beste Regie. Dabei dürfen historisch bewanderte Zuschauer sich nicht an den ‘Fehlern’ des Films stören, schliesslich basiert der Film zwar auf historischen Fakten, fügt aber zur Legendenbildung und besseren Dramaturgie einige neue Details hinzu, bzw. verändert vorhandene zu den eigenen Gunsten.

# 1: Der echte William Wallace…

… war ein gutes Stück grösser als Mel Gibson, der etwa die gleiche Grösse hat wie das Originalschwert vom schottischen Freiheitskämpfer lang war. Dies wird durch eine lustige Bemerkung vor einer Schlacht auch im Film selber kurz thematisiert.

# 2: Die Liebesgeschichte…
… um William Wallace und die Prinzessin ist frei erfunden. Isabelle (die anders als im Film nie Prinzessin von Wales war, sondern direkt Königin wurde, da 1308, zur Zeit der Hochzeit Edward II bereits König war) kam erst drei Jahre nach dem Tod des Schotten im Jahre 1305 nach England. Zudem wäre sie mit ihren neun Jahren viel zu jung für William Wallace gewesen. Die Liebesgeschichte mit Murron (Marion Braidfood), die Wallaces Ehefrau war, ist jedoch vermutlich historisch korrekt. Sie waren sogar länger zusammen als der Film vermuten lässt und hatten wohl eine gemeinsame Tochter.

# 3: Robert the Bruce…
… soll in Wirklichkeit, anders als im Film dargestellt, ein skupelloser Mensch gewesen sein, der erst nach dem Tod von William Wallace im Jahre 1307 damit begann die Engländer vehement zu bekämpfen und im Jahre 1314 zum Nationalhelden aufstieg als er, gemeinsam mit den Überresten von Wallaces Gefolgsleuten, die Engländer in der Schlacht Bannockburn besiegte. Die Leprakrankheit seines Vaters ist korrekt, auch Robert the Bruce selber soll später an Lepra gestroben sein.

# 4: Historische Kleinigkeiten…
… stimmen in dem Film nicht ganz. So wurde die blaue Kriegsbemalung seit der römischen Zeit 800 Jahre vor den Freiheitskämpfen von William Wallace nicht mehr benutzt - Kilts tragen die Schotten erst seit Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Highlands waren zu Beginn des 14. Jahrhunderts noch zu 90 Prozent mit Bäumen bedeckt, im Film sieht man aber die heutigen Graslandschaften - englische Soldaten trugen während der schottischen Freiheitskämpfe keine einheitlichen Uniformen…

# 5: Die letzten Worte…
… von William Wallace sollen nicht wie im Film das Wort ‘Freiheit’ gewesen sein, sondern vielmehr eine kurze Rede: “Ihr englischen Hunde ihr, verweichlichte Huren seid ihr, küsst meinen schottischen Hintern und seid stolz darauf, dies tun zu können, etwas besseres kann einem jämmerlichen Engländer nicht passieren!?”

# 6: Edward the Longshanks…
… überlebte William Wallace um zwei Jahre, starb erst im Jahre 1307 und nicht wie im Film einen Atemzug vor dem Schotten (womit es ihm nicht vergönnt ist, den Tod seines Erzfeindes mitzuerleben).

# 7: Die Herkunft…
… von William Wallace war keineswegs aus einer Bauernfamilie. Er kam aus einem wohlhabenden und angesehenen Elternhaus, das den Stuarts sehr nahe stand.

# 8: Glagow…
… war der Ort des tatsächlichen Verrats und der Festnahem von William Wallace, nicht wie im Film Edinburgh.

# 9: Das Wappen…
… mit den drei Löwen und den drei Lilien ist erst später das Wappen Englands geworden.

# 10: Die Hinrichtung…
… wird im Film nicht ganz exakt dargestellt - aus guten Gründen. In Wirklichkeit musste Wallace erst stundenlang an ein Pferd gebunden und nackt durch London laufen und sich von Steinen (nicht etwa von Salatköpfen) bewerfen lassen. Dann wurde er wie im Film gehängt und gestreckt, doch die anschliessende Folter, die der Film auch dem Zuschauer in Details erspart, war eine der brutalsten Hinrichtunge der Geschichte. William Wallace wurden bei vollem Bewusstsein die Genitalien abgetrennt und die Innereien bei aufgeschnittener Bauchdecke mit einem heissen Eisen verbrannt. Er erlag seinen Schmerzen, nicht etwa der Axt des Henkers.

Bewertung: 10 von 10 Punkten!
Auch diese historischen Ungereimtheiten ändern nichts daran: Der Film ist ein absolutes Muss für Jedermann und für Jederfrau!

Braveheart
USA, 1995
Regie: Mel Gibson
Darsteller: Mel Gibson, Sophie Marceau, Brian Cox
Dauer: 177 min

Der Trailer zum Film



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