Das Zeitalter des Chats
Thema: Computer & Internet | 1,495 views |
Chatten und Instant Messaging gehören zu den beliebtesten Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im Internet
Ob ICQ, MSN, Yahoo oder AOL Messenger – die zahlreichen Chatprogramme ermöglichen den Jugendlichen grenzenlose Kommunikation in der schier grenzenlosen Welt des World Wide Web. Mittlerweile können einer Chat-Unterhaltung auch Audio- oder Videostreams zugefügt werden, die Kommunikation verläuft nicht mehr nur schriftlich, sondern multimedial. Heute hat fast jedes Kind einen Account in mindestens einem dieser Chatprogramme – dazu benötigen sie lediglich eine aktuelle Emailadresse und schon stehen dem Online-Talk keine Hindernisse mehr im Weg - oft zur Besorgnis ihrer Eltern.
Wie kann ich mein Kind schützen?
Für Eltern kann die Kontrolle der Kinder beim täglichen Chat oft ein großes Problem darstellen. So sind die meisten Kinder den Eltern in Anwendungsfragen doch weit voraus. Werden Kontakte von Eltern geblockt so ist fast jeder Jugendliche in der Lage die vorgenommenen Einstellungen wieder rückgängig zu machen. Es ist zu empfehlen sich Zeit zu nehmen und sich selbst mit dem Chatprogramm der Kinder zu befassen und mal eine Stunde „Chat-Unterricht“ bei den Kindern zu nehmen. Besuchen sie die Seite des Jugendschutzes und klären Sie sich über Möglichkeiten und Risiken der einzelnen Programme auf. Jugendschutz.net hat im Zeitraum September bis November 2004, von Mai bis Juli 2005 sowie von Januar bis August 2006 einige Chatprogramme systematisch untersucht und bewertet. Im Zuge dieser Untersuchung wurden auch Kinder und Jugendliche über ihre Chatgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse dieser Umfragen und eine Art Chat-Atlas sind in einer Broschüre veröffentlicht worden, die auf der Seite Jugendschutz.net runtergeladen werden kann.
CU, WE, LOL, HAND und *lach*
Die verwendete Sprache im Chat ist voll von Abkürzungen und Akronymen. In den seltensten Fällen verwenden die Teilnehmer ganz vollständige Sätze. Die Funktion der Schrift ist hier nicht nur die zu archivieren, sondern synchron zu kommunizieren. Das heißt Schrift selbst wird zum Medium und funktionalisiert. Das spiegelt die Sprache natürlich wieder. Um Gefühle oder Ironie und andere Hintergedanken schnell auszudrücken wird auf Abkürzungen, Emoticons- Smlileys oder andere bewegte Bildchen oder Akronyme zurückgegriffen.
Eltern, die sich wirklich interessieren, müssen auf die Konfrontation mit solchen Akronymen gefasst sein und sich darauf vorbereiten. Dazu hier schon einmal die häufigsten „Codes“:
lol = laughing out loud
we = Wochenende/ weekend
cu = see you, typischer Verabschiedungsgruß
4 = ‚for’, für
2 = ,to’, ‚two’/ zu, zwei
Hand = ‚have a nice day’
*g* = grins, lächeln, grinsen
mom = ‚moment’/ ‚einen Moment mal’
hdl = ‚hab dich lieb’
wil = ‚was ist los’
*z*= ‚Zorn’
tnx = thanks, ‚Danke’
Verfall der (deutschen) Sprache?
Die Sorge vieler Eltern drückt sich auch in folgender Frage aus: Führt die Vereinfachung der Sprache hier zu einem besorgniserregenden Verfall der traditionellen Sprache? Wenn sich ein Kind lediglich über Chatprogramme verständigt und Kontakte im Umfeld und Freundeskreis vollkommen abbricht sicherlich. Wichtig ist, dass die im Internet oder auch durch SMS Nachrichten mit dem Handy konstruierte Sondersprache nicht in Schularbeiten oder dem normalen Sprachgebrauch verwendet wird. Sorgen sie für ausgewogene Verwendung der Chatprogramme und erstellen sie zusammen mit ihrem Kind klare Regeln für die Internetnutzung.
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