Dell Notebook XPS 1330
Thema: Computer & Internet | 4,335 views |Ein Erfahrungsbericht
Vorgeschichte: Alles begann im Januar diesen Jahres mit der Suche nach einem kleinen und somit transportablen Notebook. Nach ausgiebiger Recherche ergaben sich 2 finanzierbare Möglichkeiten. Zum einen das Apple MacBook und eben das XPS 1330 von Dell.
Nach einem längeren Abwägungsprozess entschied ich mich für den Erwerb des Dell Notebooks. Dabei spielte vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis die entscheidende Rolle. Ich wollte ein Power-Notebook und kein Poser-Notebook!
Das Dell Notebook war nicht das erste Produkt, das ich bei Dell bestellt habe. Ich hatte 2 Jahre vorher ein Desktop-System und einen 19“ TFT-Bildschirm von Dell erworben. Erwähnenswert ist dabei, dass ich mit dem Desktop nicht voll zufrieden war. Es traten dort gleich zu Beginn qualitative Mängel auf. Außerdem wurde vergessen den Kartenleser einzubauen. Dieser wurde sofort nachgeliefert und ich baute ihn selber ein. Der Desktop machte sich außerdem dadurch bemerkbar, dass er laut vibrierte, was zu einem unangenehmen Geräuschpegel führte. Tipp der Hotline: ,, stecken Sie doch Klopapier in die Lücken, vielleicht hört es dann auf“. Danke für den Tipp! Was ich damit sagen will: mir war schon vor Bestellung des Notebooks klar, dass es bei Dell zu Qualitätsmängeln kommen kann. Aufgrund dieser Erkenntnis war ich nicht 100% überzeugt von meiner Entscheidung, hatte aber die Hoffnung, dass bei der Notebook-Produktion andere Maßstäbe angelegt werden.
Die Bestellung
Einen Dell PC gibt es unter normalen Umständen nicht im Laden zu kaufen. Wer ein Dell Produkt erwerben will, der bestellt es im Internet oder per Telefon. Ein Tipp den ich schon öfter mal gelesen habe aber noch nie selber erfahren durfte: angeblich kann bei der Bestellung über das Telefon gut gehandelt und somit der Preis gedrückt werden. Ich habe es eher gegenteilig erlebt. Im Zuge einer Bestellung eines Notebooks für eine Freundin hatte ich eher das Gefühl, dass der Verkäufer, teilweise auf eine unangenehme Art, versuchte mir so viel wie möglich an Extras zu verkaufen (es sind eben Verkäufer). An „runterhandeln“ war gar nicht zu denken.
Es ist empfehlenswert, die Bezahlung mit der Kreditkarte vorzunehmen, da sich somit, im Vergleich zur Überweisung, die Dauer bis das Produkt in Händen gehalten werden kann um einige Tage verkürzt. Ein weiterer Tipp ist, bei der Konfiguration nach Lieferbarkeits-Gesichtspunkten vorzugehen. So kann z.B. der Einbau eines schnelleren Prozessors die Lieferung um mehrere Wochen verkürzen. Da lohnt es sich vielleicht beim Verkäufer nachzufragen. Aus diesem Grund habe ich mir auch nicht das viel umworbene LED-Display einbauen lassen-außerdem hätte es noch 100 € Aufpreis gekostet. Ich habe es bis jetzt allerdings auch noch nie vermisst.
Die Wartezeit
Nach der Bestellung meines Notebooks wurde mir mitgeteilt, dass ich ca. 5 Wochen auf mein neues Notebook warten müsse. Damit hatte ich nicht gerechnet aber ergab mich dann in mein Schicksal. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass 5 Wochen eine so unglaublich lange Zeit sein können. Das Verlangen nach dem Notebook versuchte ich mit „XPS 1330 Videos“ bei Youtube und Erfahrungsberichten in zahlreichen Blogs über die Wartezeiten und das Einhalten von Lieferfristen durch Dell zu stillen. Außerdem betrachtete ich mir die Dell Fabrik in Irland von ober per „Google-Earth“…aber da tat sich auch nicht viel. Am Ende fiel mir außerdem auf, dass ich die ganze Zeit die falsche Fabrik beobachtete. Die Dinger werden in Polen gebaut. Des Weiteren hat sich Dell eine perfide Foltermethode für die Wartezeit einfallen lassen. Man kann online nach dem Stand der Produktion seines Systems sehen. Dieses System basiert auf 5 Produktionsschritten- von „Vorproduktion“ bis zu „Ihr System wurde ausgeliefert“. Die Folter besteht nun darin, dass sich das Gerät auch gerne mal 4 Wochen in der Vorproduktion befinden kann und außerdem darin, dass die Produktionsschritte den Rückwärtsgang einlegen und das Gerät sich zurückproduziert (entproduziert?). Also: Finger weg von der Auskunft über die Produktionsschritte- oder zumindest nicht 4 mal am Tag nachsehen. Wenn das Gerät dann tatsächlich mal produziert wurde kann man den Stand der Lieferung auf der UPS Seite nachverfolgen. Das ist aber harmlos im Vergleich zum Dell Status-Sytem! Es sei denn es befindet sich ein Wochenende im Lieferablauf. UPS liefert weder Samstags noch Sonntags.
Das Notebook
Ich werde das Eintreffen und Auspacken nicht beschreiben. Es gibt Videos bei Youtube, die das ausführlich dokumentieren. Ich möchte aber doch noch erwähnen, dass ich wegen der mitgelieferten Fernbedienung und der praktischen Schutzhülle positiv überrascht war. Bei der Bestellung deutete nichts auf diese zusätzlichen Gimmicks hin. Nur durch einige Blogs waberten Gerüchte die darauf schließen lassen konnten.
Das Notebook sieht „cool“ aus. Es hat eine schnittige Form, blaue LED‘s, die beim Anschalten wild über die Anzeigeleiste tanzen (für einen besseren Effekt das Licht im Zimmer ausschalten und die Jalousien runterlassen).
Einige allgemeine Pros und Cons bezüglich des Notebooks. Die Performance des Notebooks variiert natürlich je nach individueller Zusammenstellung, doch allgemein möchte ich zunächst folgende positive Eigenschaften erwähnen:
- das Notebook verfügt über einen praktischen Fingerscanner und eine eingebaute Webcam mit Mikro. Bei der Webcam muss allerdings beachtet werden, je höher die Auflösung desto ruckeliger das Bild, bedeutet also, dass in der höchsten angegeben Auflösung eine Videokonferenz unmöglich ist; unabhängig von der verwendeten Software.
- Medien lassen sich per Fernbedienung und über eine berührungsempfindliche Leiste kontrollieren
- es ist möglich eine DVD abzuspielen, ohne das Betriebssystem hochfahren zu müssen
- das Notebook ist relativ leicht, ich habe aber auch leichtere in der gleichen Größe in Händen gehalten (Sony)
- es befindet sich ein HDMI Anschluss am Notebook. Das ist bei manch anderem Notebook der selben oder höherer Preisklasse teilweise nicht der Fall (wieder Sony)
- Lüftung arbeitet leise
negative Eigenschaften
- über die Qualität gibt es einiges zu sagen. Zu viel um es Stichpunktartig zu beschreiben, daher dazu später mehr!
- das Notebook wird während der Benutzung sehr heiß und das an den Stellen auf welchen man seine Handballen beim Schreiben ablegt
- der Prozessor gibt ein unangenehmes hochfrequentes Geräusch ab ( dazu ebenfalls später mehr)
- der Bildschirm spiegelt stark. Wenn man also seinen eigenen Anblick nur schlecht ertragen kann sollte man nach einem Notebook mit unverspiegeltem Bildschirm Ausschau halten.
- die Rückseite des Bildschirms zieht Fingerabdrücke magisch an, es sind also immer Fettflecken darauf zu erkennen
- nur 2 USB-Anschlüsse
Soweit der allgemeine Überblick.
Qualität
Wo soll ich anfangen? Dell hat auf jeden Fall ein Problem bei der Qualität ihrer Geräte. Ich tippe diesen Text hier bereits auf dem zweiten XPS 1330 welches ich von Dell bekommen habe. Das erste musste ich aufgrund von Bearbeitungsmängeln zurückschicken. Es klafften teilweise Lücken wo keine sein sollten und Abdeckungen fielen von alleine ab. Ich machte Fotos von den Mängeln schickte das Notebook ein und bekam ein neues. Dieses hatte auf den ersten Blick keine Verarbeitungsmängel. Auf den zweiten schon. Ein Teil, welches ich schlecht beschreiben kann (neben dem Fach für den Akku) steht seltsam ab und auf der linken Seite knarzt die futuristische LED Bedienleiste. Ein Techniker welcher aufgrund eines Defekts (Mainboard) an diesem Notebook bei mir vorbeischaute sagte, dass die Qualität der Notebooks von Dell „scheiße“ sei (ein Dell-Techniker). Dies ist auch ein guter Übergang zu einem weiteren Punkt…
Service
Bei Dell läuft zunächst alles über die Telefonhotline. Dazu muss gesagt werden, dass meines Erachtens alle!!! Angestellten der Hotline osteuropäischen Ursprungs sind. Zumindest alle 30 mit den ich im Laufe der Jahre geredet habe. Das macht die Kommunikation manchmal etwas schwierig. Ich will allerdings nicht übertreiben- wenn man genau hinhört ist es kein Problem die Leute zu verstehen (dafür kostet das Notebook 100 € weniger). Dell Laptops haben grundsätzlich eine Garantie von 3 Jahren. Diese Zeit kann verringert werden wenn man Geld sparen will. Bis jetzt habe ich die Garantie ein mal in Anspruch genommen. Ich schilderte mein Problem dem osteuropäischen Hotline Angestellten, der bereits oben erwähnte Techniker kam am nächten Tag packte seine Werkzeuge aus fing an zu schrauben und nach einer Stunde war alles erledigt. Das Mainboard war ausgetauscht und der Fehler war behoben.
High Pitch Noise (so nennen die das Bei Dell)
Nach meiner Bestellung des Notebooks begegneten mir in einigen Blogs Gerüchte über ein seltsames Geräusch welches das XPS 1330 bei Betrieb angeblich emittiert. Dabei sollte es sich um ein hochfrequentes Geräusch handeln, das unangenehm für die Ohren ist und ein konzentriertes Arbeiten unmöglich machen kann. Bestellt war bestellt und nur wegen Gerüchten bzw. einiger schlechter Erfahrungen von einzelnen wollte ich die Bestellung nicht rückgängig machen.
Beide Notebooks welche ich mein Eigen nennen durfte und das von meiner Bekannten geben bzw. gaben dieses Geräusch ab!
Nach meiner Beschwerde bei Dell bekam ich ein vorformuliertes Schreiben zugeschickt, welches die Reparatur oder den Austausch aufgrund dieses Geräusches ablehnt (kein Sachmangel aus der Sicht von Dell). Dies lässt weiterhin darauf hindeuten, dass viele Nutzer vor mir sich darüber beschwert hatten. Es kann mir keiner erzählen, dass es sich hier um Einzelfälle handelt.
Also mein Tipp dazu: probiert es aus, wenn es Euch nervt, dann macht von dem Rücktrittsrecht bei Fernabsatzverträgen Gebrauch und schickt es zurück!
Ich habe mich daran gewöhnt.
Vielleicht hilft ja Klopapier!
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