Hitzeschlacht von Stockholm - Teil 1 Ankunft

Thema: Sport & Fitness, Marathonblog | 1,475 views |

Stockholm Marathon 2007Erfahrungsbericht Stockholm Marathon - die Ankunft
Schnell sollte er sein, der Marathon nach K√ɬ∂ln. Das Streckenprofil schien dem auf den ersten Blick zu entsprechen. Die H√ɬ∂hendifferenz zwischen dem niedrigsten und dem h√ɬ∂chsten Punkt betrug 50 Meter. Bestzeiten lagen zwar “nur” bei 2:10 (die ich nat√ɬºrlich nicht ganz anpeilte - jedoch als Orientierung immer ganz gut weiterhelfen), dennoch erschien mir der Stockholm Marathon ein w√ɬºrdiger Nachfolger des K√ɬ∂ln Marathons zu sein. Zudem die Attraktivit√ɬ§tskomponente der Stadt enorm gross war. In Skandinavien hatte ich bis jetzt lediglich als kleiner Junge Kopenhagen besucht und im letzten Jahr eine Woche in der n√ɬ§heren Umgebung von Helsinki verbracht. Von Freunden und Kollegen hatte ich immer viel positives dar√ɬºber geh√ɬ∂rt. Viele hatten dort einen Auslandsaufenthalt w√ɬ§hrend des Studiums verbracht und waren seitdem grosser Fan dieser Stadt.

Stockholm AbipartyDie Ankunft in Stockholm
15° im Schnitt waren es die letzten Jahre im Juni in Stockholm. Das sah dieses Jahr etwas anders aus. Am Freitag bei unserer Ankunft waren es bereits um die 26°. Für Samstag - dem Tag des Marathons waren noch heissere Temperaturen angesagt. Den feiernden 18 und 19-jährigen frischgebackenen Abiturienten machte dies auf ihren Festwagen nichts aus. Stockholm erinnerte am Tag unserer Ankunft etwas an die Love Parade in Berlin zu ihren besten Zeiten. Zwar war ich dort persönlich selbst noch nicht gewesen, doch haben die Bilder, die man aus denen Medien kennt, diesen Eindruck bei mir widergespiegelt. Mit lauter Musik, Bier trinkend und knapp bekleidet wurden die feiernden Jugendlichen auf LKWs durch die Stadt kutschiert.
Einen kurzen Spaziergang, mehr wollte ich an dem Tag nicht mehr unternehmen. Entspannung stand ganz oben auf meiner To-Do Liste. Ein Blick auf die Unterlagen offenbarte, dass das Rennen erst gegen 14 Uhr startete. Ich hatte mich vorher nicht vergewissert, doch hatte innerlich fest mit einem fr√ɬºhen Start gerechnet. Dies brachte die Pl√ɬ§ne meiner Freundin etwas durcheinander, nachmittags die Stadt zu erkunden. Auch ich w√ɬ§re gerne fr√ɬºh gestartet. So musste ich den ganzen Morgen zun√ɬ§chst “totschlagen”.

Die alte Bestzeit sollte fallen
Die magische Drei-Stundengrenze sollte auch dieses mal wieder ins Visier genommen werden. Nach dem 3:05 “Debakel” in K√ɬ∂ln sollte diesmal trotz schlechter Wettervoraussetzungen alles besser werden. Ich f√ɬºhlte mich gut. Die Vorbereitung war wieder optimal gelaufen. Auch ein vor dem 10 Wochen Trainingsplan durchgef√ɬºhrter Leistungstest beim Sportarzt in St. Gallen bescheinigte mir gute bis sehr gute Aussichten endlich unter meine Wunschmarke zu laufen. Lediglich leichte Knieschmerzen hatten mir die letzten Wochen im Training etwas Sorgen bereitet. Eine Woche vor dem Marathon hatte ich mir sogar eine Muskelverspannung zugezogen, von der ich mich jedoch gl√ɬºcklicherweise innerhalb k√ɬºrzester Zeit wieder erholen konnte. Sogar mein Garmin Forerunner 301 hatte ich diesmal im Gep√ɬ§ck. Ich war bereit.

Stockholm Marathon 2007 StartplatzDer Morgen bis zum Rennen
Samstag morgen. Es war soweit - endlich. Am morgen gut gefr√ɬºhst√ɬºckt, es war ja schliesslich noch gen√ɬºgend Zeit bis zum Rennen. Anschliessend kurz aus dem Hotel raus und eine Runde in der Fussg√ɬ§ngerstrasse spazieren gegangen. Dann war es endlich soweit. Ich zog mich um, zog die Rennschuhe an uns ging mit der Strassenbahn zum Gel√ɬ§nde rund um das alte Stockholmer Stadion. Es war bisher mein gr√ɬ∂sster Marathon. 14.319 L√ɬ§ufer gingen in Stockholm an den Start, 12.435 davon absolviertendie volle Distanz. Es war somit eine Menge los auf den Strassen Stockholms. Der Sammelplatz vor dem Start war auf einem 200 Meter vom Stadion entfernten etwas kargen Platz. Zu meinen besten Fussballerzeiten h√ɬ§tte ich wohl “Ascheplatz” dazu gesagt (Anmerkung: Leider haben wir nur sehr selten auf Rasenpl√ɬ§tzen gespielt. Charakteristisch f√ɬºr diese Pl√ɬ§tze war die Staubentwicklung bei heissem Wetter, sowie die sch√ɬ∂nen Sch√ɬºrfwunden, die man sich regelm√ɬ§ssig nach jedem Spiel zuzog). Dieses Mal wollte ich nicht schon wieder den Fehler machen aufgrund einer Pinkelpause kostbare Zeit zu verlieren. Ich stellte mich entsprechend sp√ɬ§t nochmal an. Dann ging es zum Eingang, wo die Ordner die L√ɬ§ufer je nach Startnummer wie Verkehrspolizisten ihren Weg anzeigten.

Jetzt geht’s los
Kurz vor dem Start stieg die Anspannung. Die Moderatoren gaben durch wieviele Läufer aus den verschiedenen Nationen sich angemeldet hatten. Deutschland bildete hinter einer skandinavischen Fraktion das drittstärkste Land (falls ich das noch richig in Erinnerung habe). Ein kurzer Blick auf die Jungs mit den Luftballons (die Pacemaker). Mein Luftballon war etwas weiter entfernt. Ich musste also zusehen, dass ich nach dem Start schnell zu der Gruppe aufschliessen konnte. Die letzten 10 Sekunden standen an: 10, 9, 8, …, 3, 2, 1, Start!

Den n√ɬ§chsten Teil des Erfahrungsberichtes gibt es am Ende dieser Woche. Dort erz√ɬ§hle ich dann wie das Rennen bis zur ersten H√ɬ§lfte verlief. Wer in der Zwischenzeit weitere Infos zu dem Thema sucht, kann schonmal auf die Vorausschau der stadtreporter.net Laufserie “Mein erster Marathon” einen Blick werfen.



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