“Kino. Dafür werden Filme gemacht.”
Thema: Film & Fernsehen, Kinoblog | 3,801 views |
Nach einer tiefen Krise des Kinos scheinen sich die dunklen Wolken am Himmel wieder etwas zu lichten - Über die Krise und die Zukunft des Kinos
Als das Kino in Deutschland im Jahre 2005 in die tiefste Krise schlitterte, schien die Zukunft der Lichtspielhäuser des Landes mehr als nur ungewiss. An diesem Tiefpunkt angelangt, stand die Branche am Scheideweg, doch sie weigerte sich kampflos unterzugehen. Kinoverbände und Verleihverband schlossen sich zusammen und schalteten die von der ffa (Filmförderungsanstalt) finanzierte Kampagne “Kino. Dafür werden Filme gemacht.” Und tatsächlich brachte das Jahr 2006 trotz Fussball-WM und sonnigem Sommer die unerwartete, aber erhoffte Trendwende mit sich und nun blickt man wieder optimistisch nach vorne. Doch bei aller Freude über die positive Entwicklung muss die Euphorie gebremst werden, denn jeder Rückschlag könnte sehr schmerzhaft sein!
“Kino. Dafür werden Filme gemacht.”
Im April 2006 startete diese deutschlandweite Pro-Kino-Kampagne, die den Deutschen ins Gedächtnis rufen wollte, was sie laut einer Motivationsstudie der ffa so sehr am Kino schätzen. Das Kino sollte wieder als schöne Form des Gemeinschaftserlebnisses empfunden werden, ein Ort der Entspannung sein und das für Menschen aller Altersgruppen. Es wurden Anzeigen in Zeitschriften geschaltet, Plakate prominent platziert, doch im Zentrum der Kampagne standen verschiedene sehr charmante Spots, die im Fernsehen, vor allem aber natürlich im Kinovorprogramm geschaltet wurden.
“Happy End”
Die restlichen 4 Spots sind am Ende dieses Artikels zu sehen.
Kino: Marktdaten für Besucherzahlen, Umsätze und Eintrittspreise
War der Trend für das Kino im alten Jahrtausend noch positiv, so ging es ab 2001 zunächst steil bergab, sogar fast in allen Bereichen. Vor allem die immer stärker werdende Videopiraterie-Szene machte den Kinos doch sehr zu schaffen. Blieben Anzahl von Filmtheaterunternehmen und Kinos noch weitestgehend konstant, gab es in den letzten Jahren fast durchweg rückläufige Besucherzahlen und Umsätze. Die Besucherzahlen sanken von 2001 bis 2005 insgesamt um fast 30 (!!!) Prozent, die Umsätze im gleichen Zeitraum um 25 Prozent. Die Filmbranche versuchte verzweifelt diesem Trend und vor allem der Piraterie entgegen zu wirken, verkürzte die Spieldauer der einzelnen Filme und brachte sie so schnell wie möglich als DVD auf den Markt um den Spielraum der möglichen Verbreitung im Internet einzuschränken. So stiegen die Anzahl der Produktionen, doch die Qualität musste sich aus Kostengründen zwangsläufig verschlechtern. Zudem wurden die Eintrittspreise weiter erhöht um den Verlust durch die sinkenden Besucherzahlen wenigstens etwas abzufedern.
Das Kino am Scheideweg
Viele Experten sahen spätestens 2005 schwarz für das Kino und wurden durch die kleine Trendwende des letzten Jahres überrascht. Die Besucherzahlen stiegen um gute 7 Prozent, die Umsätze um mehr als 9 und waren damit wieder auf dem Niveau der Jahrtausendwende - die Besucherzahlen allerdings bleiben trotz Steigerung schlechter als vor über 10 Jahren! Euphorie ist somit völlig fehl am Platze, eher ist wohl vorsichtiger Optimismus angebracht. Der wird (endlich!)unterstützt von der Justiz, die härter gegen Videopiraterie durchgreift und es nicht wie bisher nur bei Kampagnen ohne Taten belässt. Immer mehr Leute, auch solche, die Piraterie zwar nicht gewerblich, aber doch in mittelgrossem bis ganz grossem Stile betreiben, werden erwischt, verwarnt und lassen auch tatsächlich ihre Finger von den illegalen Aktivitäten um Filme im Internet. Zudem verbreitet gerade auch der wachsende Zuspruch für den deutschen Film im In- wie im Ausland Optimismus, nicht nur durch den Academy Award 2007 für “Das Leben der Anderen” als bester ausländische Produktion. Auch für das Jahr 2007 werden weiter, wenn auch erneut nur leichte Steigerungen der Zahlen erwartet, doch nach dem prognostizierten technischen KO ist man mit der Politik der kleinen Schritte mehr als nur zufrieden, man ist gewillt sich Runde um Runde wieder heranzukämpfen. So soll den Kinobesuchern auch in Zukunft ein Zufluchtsort fernab der Realität geboten werden, eine Oase der Entspannung, des Genusses und der Gemeinschaftserlebnisses KINO! Dafür werden Filme schliesslich gemacht!
Die weiteren 4 Spots der Kampagne “Kino. Dafür werden Filme gemacht.”
# 1: “Teenager-Spot”
# 2: “Familien-Spot”
# 3: “Anspruchsvoller-Spot”
# 4: “Best Ager-Spot”
Hinweis: Die Marktdaten, auf die im Artikel Bezug genommen wird, sind der Homepage der ffa (Filmförderungsanstalt) entnommen.
Leave a Reply