Kino: Testscreening
Thema: Kinoblog | 2,536 views |Als erster den Film sehen und nichts dafür zahlen!
Neuerdings werden immer häufiger Testscreenings in deutschen Kinos aufgeführt - doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem neudeutschen Ausdruck? über das Internet angemeldete Testpersonen treffen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem reservierten Kinosaal und bekommen gewissermassen als Versuchskaninchen ohne zu zahlen einen Film zu sehen, der erst in mehreren Monaten den regulären Kinobesuchern von der Leinwand entgegen flimmern wird. Die Erklärung ist wie so oft eine ganz einfache: Marktforschung.
Ablauf des Testscreenings
Hat man sich als Kandidat für Testscreenings angemeldet, wird man per Mail über neu geplante Vorstellungen informiert. Bei der Anmeldung muss man sich beeilen, da in jeder Altersgruppe nur eine gewisse Anzahl von Testpersonen gesucht wird. Zu dem vereinbarten Termin erscheint man im Kino und bekommt einen Film zu sehen, der zwar unter Umständen farblich und tonlich noch nicht in der Endbearbeitung war, doch an diesen Feinheiten würden sich wohl die allerwenigsten stören. Im Anschluss an den Film bekommt man einen Fragebogen ausgehändigt, der Fragen nach der persönlichen Bewertung des Films, der Schauspieler, der Musik usw. stellt und den man ausgefüllt wieder abgeben soll. Für diese kleine Gegenleistung durfte man den Film ja schliesslich umsonst gucken. Einzelne Personen werden noch gefragt, ob sie noch an einer kleinen Gesprächsrunde teilnehmen wollen, doch auch diese Gefälligkeit wird meistens in Form eines Kinogutscheins ‘vergütet’.
Zweck des Testscreenings
In den USA sind Testscreenings schon längst weit verbreitet, in Deutschland bekommen sie erst in den letzten 2 Jahren etwas mehr Beachtung geschenkt. Unternehmen wie die Constantin Film AG, Kinowelt oder Senator Film (um nur ein paar zu nennen) bedienen sich immer häufiger dem Angebot von Medienberatungsagenturen, die solche Testscreenings organisieren, durchführen und auswerten. Kinosäle werden angemietet, Testpersonen an Land gezogen, Fragebögen vorbereitet und anschliessend natürlich auch ausgewertet. So kann die Vermarktungsstrategie für den sich meistens noch in der Postproduktionsphase befindlichen Film effektiver auf die spezifischen Wünsche der jeweiligen Zielgruppe ausgerichtet werden. Ausser dem Film können auch Trailer, Plakate, Anzeigen etc. ähnlichen Tests unterzogen und bewertet werden um ihre Wirkung auf das Publikum in Erfahrung zu bringen.
Hinweise
Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie voraussichtlich nicht die grossen Blockbuster-Produktionen zu sehen bekommen werden, sondern kleinere und vor allem deutsche Filme! Zudem erfahren Sie meistens im Vorfeld nicht viel mehr über den Film als den Titel und die Namen von ein paar Schauspielerinnen und Schauspielern. Sind Sie also der Typ Kinogänger, der ganz gerne mal den Saal verlässt, wenn der Film nicht die Erwartungen erfüllt, sollten Sie besser von einer Anmeldung Abstand nehmen. Zu gross ist das Risiko, dass Sie einen Film zu sehen bekommen, der gar nicht Ihrem Geschmack entspricht, doch im Vorfeld haben Sie sich verpflichtet als Gegenleistung für den kostenlosen Eintritt am Ende der Vorführung den Fragebogen auszufüllen…
Sie wollen sich trotzdem als Testperson für solche Testscreenings in Ihrer Umgebung zur Verfügung stellen? Consultingunternehmen wie die rmc Rinke Medien Consult aus Wuppertal bieten deutschlandweit Testscreenings an, Anmeldung ganz einfach über die Homepage www.testscreening.de.
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