Mein erster Marathon - Rückblick Oktober 2005
Thema: Sport & Fitness, Marathonblog | 2,622 views |
Rückblick 3-Länder-Marathon 2005 Erfahrungsbericht
Die Entscheidung mich für den Bodensee 3-Länder-Marathon anzumelden, traf ich etwa vier Monate vor dem Wettkampf. Ich zögerte lange, da ich mir nicht sicher war, ob dieses Vorhaben vielleicht eine Nummer zu gross sei. Durch die SOLA-Stafette in Zürich motiviert, an der ich im April 2005 teilgenommen hatte, entschied ich mich dazu einfach weiter zu trainieren und das Pensum etwas zu steigern. Dort konnte ich auf einer Strecke von 13,2 Kilometern eine Zeit von unter 59 Minuten aufweisen (Redaktion: SOLA Stafette 2007 - 52 Minuten), was mir aufgrund meiner bescheidenen Vorbereitung recht gut erschien.
Trainingsplan? Nein, danke!
Durch die vorangegangene Anmeldung von einem Kollegen, der ebenfalls an der SOLA-Stafette teilgenommen hatte, war ich endgültig motiviert den Marathon zu versuchen. In der Vorbereitungsphase für den 3-Länder-Marathon hatte ich zwar einen Trainingsplan, an dem mich orientierte, gestaltete meine Einheiten jedoch mehr nach Lust und Laune. Trotz allem ging es mir auch beim ersten Lauf nicht nur darum durchzukommen, sondern ich hatte eine Zielzeit von 3:30:00 im Kopf. Bei Trainingspensum betrug im Schnitt ca. 60 Kilometer. In meiner Urlaubswoche kam ich sogar auf über 100 Kilometer (Redaktion: Trainingspensum Köln 2006 120-150 Kilometer). Wenige Tage vor dem Ereignis stieg die Nervosität. Durch Gespräche mit Kollegen, die bereits einen Marathon absolviert hatten, konnte man erahnen, was auf einen zukommen würde. Als letzte Absicherung vor dem Wettkampf liess ich mich bei einem Sportarzt nochmal durchchecken. Nachdem auch hier alles in Ordnung war, konnte ich meinen Lauf bedenkenlos angehen.
Der 3-Länder-Marathon 2005 - der Start
Am Wettkampftag regenete es. Es war recht kühl und bewölkt. Eigentlich ideale Bedinungungen für einen Marathonläufer. Wenige Minuten vor dem Startschuss ging der Puls bereits hoch. Die Stimmung, der Sprecher und die Musik taten ein übriges. 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 - Startschuss!
Das Anfangstempo war relativ hoch. Man lässt sich natürlich von der Masse mitreissen und merkt es erst nach den ersten drei, vier Kilometern. Ich wollte nicht schneller als Puls 165 laufen (Redaktion: Optimaler persönlicher Rennpuls nach vier Marathonwettbewerben Erfahrung 162). Das hatte ich definitiv schon überschritten. Ich hatte daher nicht so ein gutes Gefühl wie bei meinem ersten Halbmarathon, bei dem ich am Ende sogar nochmal das Tempo verschärfen konnte.
Die zweite Hälfte des Rennens
Die Halbmarathondistanz durchschritt ich nach 1:32:14 (Stockholm Marathon 2007 1:33) daher auch mit einem unguten Gefühl. Mir war klar es würde ein sehr hartes Rennen werden. Bis Kilometer 28 konnte ich diesen Gedanken weitestgehend verdrängen. Als ich jedoch eine schier nicht endenwollende Strecke vor mir erblickte, bei der man von Weitem schon das nächste Kilometerschild sehen konnte begann ich das Zweifeln. Ich lief weiter.
Der Mann mit dem Hammer
In der Zwischenzeit hatte ich meinen Kollegen auch wieder erblickt, nachdem ich ihn kurz nach dem Start hatte ziehen lassen. Wir hatten eine kurze Unterhaltung und hofften, dass es irgendwie alles schon klappen würde. Kilometer 32: Die Schmerzen begannen sich jetzt verstärkt zu melden. War es vorher evtl. noch eine kleine Übersäuerung aufgrund der zu hohen Anfangsgeschwindigkeit, so meldete sich jetzt der Mann mit dem Hammer an. Jeder Schritt tat nur noch höllisch weh. Ich lief trotzdem weiter.
Kilometer 38: In Gedanken spielte ich durch wie lange ich in etwa noch brauchen würde. Die Rechnung wieviel Kilometer noch verblieben, dauerte aufgrund der körperlich, als auch geistigen Erschöpfung etwas länger als gewohnt. Etwas über vier Kilometer schienen zum derzeitigen Zeitpunkt eine noch unendlich lange Strecke zu sein. Ich begann jetzt Kilometer um Kilometer zu rechnen. Kilometer 40: Immer noch hatte ich Zweifel in meinem Kopf, ob ich es schaffen würde. Nur noch zwei Kilometer und ich begann in hundert Meter Abständen die verbleibende Strecke zu berechnen.
Die letzten Kilometer
Kilometer 41,5: Von Weitem war das Stadion und die Musik mit dem Sprecher zu hören. Die Zweifel wurden kleiner, das Ziel schien in erreichbarer Nähe. Dann, Zieleinlauf, Adrenalin pur, die Schmerzen waren weg, die letzten Meter waren ein Schweben über die Tartanbahn. Die Zeit wurde bei 3:12:27 gestoppt, dies war deutlich unter der 3:30:00 Marke, die ich mir vorher gesetzt hatte. Meine Schmerzen meldeten sich langsam zurück, ich konnte kaum noch stehen. Doch es hatte sich gelohnt. Es würde nicht mein erster und letzter Marathon sein!
Anmerkung der Redaktion: Dieser Erfahrungsbericht von meinem ersten Marathon ist das erste Mal bei marathon24.com veröffentlicht worden. In Zukunft werden weitere Artikel zum Thema Marathon auf stadtreporter.net übernommen.
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