Nespresso oder Vollautomat?

Thema: Technology Review | 11,315 views |

espresso.jpgWelche Kaffeemaschine passt am besten zu mir?
Ihr habt eine nette Wohnung, zu viel Geld auf dem Konto, trinkt gerne Kaffee und hasst Instant-Kaffee? In diesem Falle stellt sich früher oder später die Frage: “Kaffeepads, Kapselsystem oder Vollautomat?” Als Kaffee-Liebhaber habe ich mich im Dezember 2005 intensiv mit dieser Frage beschäftigt und bin meines Erachtens zu einem einfachen Entscheidungssystem gekommen. Hierbei waren mir das Wissen aus 2 harten Semestern Controlling Vorlesungen von grossem Nutzen :-) Wenn auch Ihr demnächst besseren Kaffee trinken wollt hilft Stadtreporter.net Euch mit Freude bei Eurer Entscheidung….

Gespenster aus der Vergangenheit
Kaffeemaschinen (a.k.a. Kaffeeautomaten) sind heute ganz klar out. Kaum jemand möchte mehr Kaffeefilter falten, altes Kaffeemehl (a.k.a. Kaffeepulver) mit dem Suppenlöffel aus der seit 4 Wochen offen rumstehenden Packung kratzen und nach 2 Wochen Urlaub ausgewachsene Pilzkulturen im Filterhalter vorfinden. Löslicher Kaffee (a.k.a. Nescafe) hat zwar wieder vermehrt Anhänger gefunden, ist aber geschmacklich nicht der Weisheit letzter Schluss. (Nescafe Gold stellt meiner Meinung nach eine angenehme Ausnahme dar).

Espresso-Maschinen und Espresso-Kocher machen zwar guten Kaffee sind aber meist recht umständlich in der Handhabung. Es ist also klar: Wer morgens keinen unnötigen Handgriff tätigen will muss sich unbedingt nach etwas Anderem umschauen.

Neue Systeme
Seit einigen Jahren gibt es Alternativen zu den altbekannten Kaffeemaschinen. Diese können in Pad-Systeme, Kapselsysteme und Vollautomaten unterteilt werden. Der Kaffee wird bei allen neuen Systemen tassenweise gebrüht und ist daher beim servieren immer frisch und heiss.

Pad-Systeme
Marktführer bei den Pad-Systemen ist der Hersteller Philips mit seinen Geräten der Senseo Reihe. Die Geräte sind sehr chic designed und machen sich in jeder Küche gut. das Prinzip ist recht einfach: Man kauft den Kaffee nicht lose, sondern abgepackt in kleine Filterbeutel. Diese Filterbeutel erleichtern das hantieren, da pro Tasse einfach ein Beutel in das Gerät gelegt wird. Ein Vorteil des Sytems, gerade gegenüber Kapselsystemen ist, dass die Pads nicht nur von einem Hersteller bezogen werden können, sondern auch zu vernünftigen Preisen beim Discounter erhältlich sind. Ein Nachteil für den ambitionnierten Kaffeetrinker ist, dass man nur Kaffee, nicht aber Espresso kochen kann. (Es gibt zwar einen Espresso Aufsatz, der aber laut Tests in meiner Verwandschaft völlig unbrauchbar ist.)

muellbeutel voller nespresso kapselnKapselsysteme
Das wohl bekannteste Kapselsystem ist Nespresso. Konkurrenzsysteme gibt es u.a. von Braun (Tassimo) und Tschibo (Cafissimo). Kapselsysteme funktionnieren ähnlich wie Padsysteme, nur dass hier der Kaffee nicht in Beuteln, sondern in nich unbedigt umweltfreundlichen Kapseln aus Plastik oder Metall gepackt ist (siehe Bild). Die Handhabung ist deshalb ebenfalls sehr einfach. Im Gegensatz zum Kaffee in Pads gibt es zu den jeweiligen Kapseln allerdings keine günstigen Alternativen beim Discounter. Dies liegt daran, dass sich die Hersteller die Bauweise der Kapseln haben rechtlich schützen lassen. Drittherstellern ist somit der “Nachbau” verboten. Nespresso Kaffe kostet deshalb pro kg 60√¢‚Äö¬¨ (bzw. 90SFr.). Wer sich ein Nespresso-Gerät oder ein anderes Kapselsystem zulegt sollte also dazu bereit sein in Zukunft 10x mehr für seinen Kaffee zu zahlen. Trotz der Preise gibt es sehr viele Nespresso Kunden die sehr zufrieden mit Ihrer Kaufentscheidung sind.

Vollautomaten
Ah! Vollautomaten!
Vollautomaten arbeiten nach dem folgenden Prinzip: Man fülle den Automaten mit Wasser und Kaffeebohenen, drücke auf einen Knopf und raus kommt mit frisch gemahlenem Kaffeepulver frisch gebrühter Kaffee oder Espresso. Vorteile von Kaffeeautomaten sind die unendlichen Auswahlmöglichkeiten bei den zu verwendenden Bohnen und die einfache Benutzung. Nachteil ist der höhere Anschaffungspreis und teilweise etwas kompliziertere Entkalkungs- und Reinigungsprozeduren. Aufgrund des doch recht komplexen Aufbaus von Kaffeeautomaten kann ich hier nur vom Kauf eines Billiggerätes beim Discounter abraten. Solche Geräte gehen oft kaputt und müssen zur Reparatur eingeschickt werden (so was dauert gut und gerne mal 2-3 Monate). Der genervte Eigentümer ist dann während der langen Wartezeit wiederum dazu gezwungen auf Instant-Kaffee zurückzugreifen. Ich bin selbst seit 20 Monaten Besitzer einer Jura Maschine und bin immer noch sehr zufrieden damit.

Meine Entscheidungshilfe in 2 Fragen (Patent Pending)
Frage 1: Soll die neue Kaffee-Maschine Espresso kochen können?
Wenn nicht, dann kaufen Sie sich eine Senseo. Diese ist in der Anschaffung nicht allzu teuer und bietet guten Kaffee zu akzeptablen Preisen. Wollen Sie aber Espresso zubereiten können, dann machen Sie weiter mit Frage 2!
Frage 2: Trinken Sie durchschnittlich weniger als 1 Tasse Espresso pro Tag?
Wenn Sie nur ab und zu am Wochenende 1 oder 2 Tassen Espresso trinken können sie sich ruhigen Gewissens für ein Kapselsystem entscheiden. Die hohen Kosten für den Kaffee fallen dann nicht so sehr ins Gewicht. Zudem sind die Geräte in der Anschaffung meist günstiger als Vollautomaten. Sollten Sie allerding viel Kaffee trinken, und regelmässig Gäste zum Kaffee einladen, so lohnt sich die Anschaffung eines Vollautomats sehr schnell. Die höheren Anschaffungskosten sind oft nach 12 Monaten locker durch die geringeren Kosten für den Kaffee ausgeglichen.

Ich hoffe der Artikel konnte Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Falls Sie Anmerkungen haben freuen wir uns, wie üblich, über jeden Kommentar! Viel Spass beim Kaffee trinken!



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3 Responses to “Nespresso oder Vollautomat?”

  1. Ich habe meine Nespresso-Maschine seit knapp einem Jahr und gebe sie nicht wieder her. Da ich nur extrem sellten Kaffee bzw. Espresso trinke und dann aber richtig guten Kaffee will ist dies wohl die beste Wahl. Ich gebe Deiner Entscheidungshilfe also absolut recht.

    Zum Thema hier ein interessanter Link: http://www.espresso-kaffee-blog.de/kaffee-blog/

  2. Peter Rehfeld Says:

    Hallo,

    eine sehr gute Orientierungshilfe. Eine Aussage stimmt nicht unbedingt: Um den Anschaffungspreis eines “brauchbaren” Vollautomaten rauszuholen ist ein Jahr ein zu kurer Zeitraum. Oder man sollte es erwägen den Kaffeeausschank gewerblich anzumelden, was den Nachteil mit sich bringt, dass ein “Gewerbe taugliches Motell” einiges mehr kostet ;-)

    Auf einen guten Espresso.
    Den habe ich mir gerade mit Nesspresso auf einem DeLonghi Automaten zubereitet. Das mehr am Preis der Kapsel gleicht das weniger an anfallender Arbeit gut aus.

  3. Peter Rehfeld Says:

    …das Motell sollte ein Modell sein.

    Sorry
    Peter

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