Venezuela - Mein Reisetagebuch, Teil 1
Thema: Venezuelablog | 3,529 views |Reise nach Venezuela - Eine einmalige Erfahrung
Viel mehr als die ein oder andere politische (Kurz-)Meldung oder schöne Meeresbilder kennt man als Mitteleuropäer für gewöhnlich nicht von lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela. Unsere Stadtreporterin erlebte das Land bei einem dreimonatigen Aufenthalt in Caracas hautnah kennen - mit allen positiven wie negativen Seiten. Im neuen Venezuelablog teilt sie ihre Erlebnisse und gibt hilfreiche Tipps für jeden, der auch über eine solche Reise nachdenkt. Der erste Teil beschäftigt sich vor allem mit der Bewerbung und den Reisevorbereitungen.
Fakten zu Venezuela
Lage: Im Norden Südamerikas
Einwohnerzahl: 27.483.208 (Stand 2007)
Klima: tropisch, Trocken- und Regenzeit
Währung: Bolivar
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Hugo Chavez
Staatsform: Präsidialrepublik
Hauptstadt: Caracas, 1.836.000 Einwohner
Religion: 90 % der Bevölkerung sind römisch- katholisch
Die Entscheidung
Um mal ein ganz neues Land und eine neue Kultur kennen zu lernen, bewarb ich mich bei der Europäischen Lateinamerika Gesellschaft in Hamburg (http://www.elg-online.de/). Weil mich die Homepage persönlich ansprach und nach mehrmaligem Kalkulieren die Kosten sich in Grenzen hielten, entschied ich mich meine Bewerbung abzuschicken. Ein Studienfreund war zuvor einige Monate in der Bolivarischen Republik Venezuela gewesen und machte mir das Land und Südamerika richtig schmackhaft. Weiter informierte ich mich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes die auch ausführlich über Einreisebestimmungen und alles Wissenswerte rund um Land, Klima, Politik und Leute aufklärt. Ausserdem bietet die Seite der deutschen Botschaft noch weitere Informationen. Gerne hätte ich auch ein Praktikum im Goethe-Institut Caracas absolviert aber leider entsprachen die Anforderungen nicht meinem Studienprofil. Für alle Lehramtsstudenten die an einen Auslandsaufenthalt denken, besucht mal die Website des Goethe-Instituts und informiert euch über die Möglichkeiten.
Das Bewerbungsgespräch
Natürlich stand bei meinem Aufenthalt, der auf jeden Fall 2-3 Monate dauern sollte, Spanisch lernen im Vordergrund, aber ich wollte auch gern ein Praktikum absolvieren um Land und Leute kennen zu lernen. Dieses Praktikum sollte wenn möglich meinem Studiengang der Sprach- und Literaturwissenschaft in irgendeiner Form entsprechen. Als ich dann zu einem persönlichen Gespräch nach Hamburg eingeladen wurde, konnte meine Planung konkreter werden. In der Uni konnte ich an einem Spanischkurs teilnehmen und so meine Spanischkenntnisse, die wirklich nur Basiskenntnissen entsprachen, noch ein wenig auffrischen. Angekommen in Hamburg konnte ich bei einer Freundin übernachten und dann am nächsten Morgen das Büro der Lateinamerika Gesellschaft aufsuchen. Etwas nervös begann sogleich mein Beratungsgespräch. Bei dem Gespräch wurde mir die Sprachschule vorgestellt und der Ablauf der Bewerbung für ein Praktikum erklärt. Es wurde ein genaues Profil von mir erstellt und meine Wünsche hinsichtlich des Praktikums notiert.
Die Vorbereitungen
Etwa 2 Wochen später wurde mir dann ein Praktikumsplatz im Museum für zeitgenössische Kunst angeboten. Leider entsprach der Vorschlag nicht ganz meinen Erwartungen aber mangels weiterer Möglichkeiten sagte ich zu. Nun konnte der Flug gebucht und eine Familie für mich gefunden werden, was die Schule CEVES in Caracas übernahm. Spanischunterricht sollte ich ca. 6 Wochen erhalten und dann ein 8-wöchiges Praktikum im Museum für zeitgenössische Kunst absolvieren. Meinen Flug, mit einer Zwischenlandung in Atlanta, habe ich nach langem Prüfen aller Angebote und Möglichkeiten, über die Homepage www.flywest.de gebucht und aufgrund meines frühen Buchens noch einen ganz guten Preis bezahlt.
Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes gibt es auch eine Rubrick die sich eingehend mit Reise- und Sicherheitshinweisen beschäftigt. Da wird deutlich erläutert, dass es sich um ein Land mit einer relativ hohen Kriminalitätsrate handelt und nicht nur in den Grenzgebieten Vorsicht geboten ist- besonders als Tourist. In Venezuela ist Englisch zwar Inhalt eines jeden Lehrplans, aber grundsächlich ist es wenig hilfreich. Spanischkenntnisse sind schon Vorrausetzung auch um sich selbst sicherer zu fühlen. Für einen Kurzaufenthalt in Venezuela wird eine Hepatitis A, Tetanus und Diphtherie Impfung empfohlen. Bei Langzeitaufenthalt und besonders, wenn man vor hat sich auch einige Zeit in den tropischen Wäldern aufzuhalten, sollte man schon mit einer Hepatitis B Impfung und eventuell gegen Tollwut und Typhus impfen lassen. Zu beachten ist, dass bei manchen Impfungen ein bestimmter Zeitraum eingehalten werden muss. Also am besten früh genug drum kümmern. Alle Informationen dazu gibt es auch auf der Seite des auswärtigen Amtes oder einfach beim Hausarzt und in der Apotheke.
Ein guter Tipp
Ein Visum ist bei einem Aufenthalt unter 3 Monaten nicht notwendig, sollte der Zeitraum aber diese 3 Monate überschreiten wurde mir vorgeschlagen doch einen Ausflug nach z.B. Bogota zu unternehmen um bei der Wiedereinreise weitere 90 Tage Aufenthalt garantiert zu haben. Es reicht also aus einen gültigen Reisepass mitzubringen und wenn möglich einen internationalen Studentenausweis zu beantragen. Das ist online bei der ISIC möglich (www.isic.de). Einfach ein aktuelles Passbild schicken und in einen Umschlag zusammen mit zehn Euro und dem Formular, welches man sich einfach runterladen kann, verschicken. Ca. 3 Wochen später bekommt man dann einen internationalen Studentenausweis zugeschickt, der in der Regel 1 ganzes Jahr gültig ist.
Ausblick
Der zweite Teil des Reisetagebuches wird sich mit dem Flug nach Caracas und der Ankunft bei der Gastfamilie (siehe Foto oben) in einer vollkommen Fremden Umgebung beschäftigen. Schaut doch wieder vorbei!
Leave a Reply