Venezuela - Mein Reisetagebuch, Teil 3

Thema: Venezuelablog | 1,568 views |

CaracasSprachkurs - Der erste Schultag
In den ersten zwei Teilen des Venezuelablogs berichtete uns unsere Stadtreporterin von den Reisevorbereitungen und von ihrem ersten Eindruck der venezolanischen Hauptstadt Caracas bei ihrer Ankunft. Lesen sie nun von ihrem “ersten Schultag” bei ihrem Spanisch-Sprachkurs und den Problemen, die es allein bei einer einfachen Fahrt zur Schule geben kann.

Mein erster Schultag
Am nächsten Morgen sollte es dann endlich so weit sein und ich konnte ein die Schule gehen. Nachdem ich meine Arepa gegessen und mich umgezogen hatte, gab mir meine Gastmutter noch einmal letzte Instruktionen und verabschiedete mich dann in die Schule. Etwas nervös stieg ich ein und nachdem ich in der Camioneta fast eine gekonnte Bruchlandung quer durch den Bus gemacht hatte, sass ich in der Metro und hörte angestrengt den Leuten um mich herum zu um zu testen wieviel ich verstand. Meine Gastmutter hatte mich mehrmals drauf hingewiesen Kontakt zu vermeiden und wenn ich fühlte, dass mich jemand verfolgt, sollte ich sofort aussteigen, mich in ein Taxi setzen und nach Hause kommen.

CaracasAll diese Tipps und Warnungen halfen eher wenig dabei mich zu beruhigen. Plötzlich weckte mich ein schriller Signalton aus meinen Gedanken. Die Metro blieb stehen und ein Mann, der der Tür am nächsten stand, versuchte diese mit aller Kraft zu öffnen. Es folgte eine Durchsage, die ich aber aufgrund der Unruhe gar nicht verstand. Ich beschloss zu tun was alle taten und ging zusammen mit den Menschen in meinem Waggon den Tunnel entlang zur nächsten Haltestelle. Als ich später in der Schule nachfragte, erklärte mir meine Lehrerin nur, dass es sich um einen technischen Defekt handeln müsse und dass das sehr häufig vorkomme.

SchuleDie Schule
Nachdem ich dann nach einigem Durchfragen mit meinem schlechten Spanisch den Weg zur Schule gefunden hatte, kam ich etwa 10 Minuten zu spät im 25. Stock des Nescafe Gebäudes an. Die Tür der Schule war noch verschlossen und einige Schüler warteten davor. Schnell fand ich heraus, dass auch 2 Deutsche in diese Schule gingen, die ihren ersten Schultag am Tag zuvor gehabt hatten. Neben den Deutschen waren noch 3 Amerikaner, eine Schweizerin und eine Französin an meiner Schule. Alle versicherten mir, dass der Unterricht grundsätzlich 30-40 Minuten später anfängt, da sowohl die Direktorin als auch die Lehrer in der Regel zu spät kämen. Der Austausch mit den Anderen nahm mir meine Nervosität. Als die Direktorin dann endlich kam, musste ich kurz einen Einstufungstest ausfüllen bevor ich einer Gruppe zugeteilt wurde. Bei diesem Einstufungstest handelt es sich um einen Multiple Choice Test, der mir nicht sonderlich schwer fiel. Ich wurde in die Fortgeschrittenen Gruppe eingeteilt, in der neben einer Amerikanerin und einer Französin noch ein Deutscher war. Das Niveau war ungefähr mit meinem Stand vergleichbar und ich konnte sofort einsteigen.

MittagspauseMittagspause
In der Mittagspause gingen alle Klassen, 3 an der Zahl, zusammen essen. Neben den Strassenhändlern befanden sich drei kleine Cafes, in denen man exakt das gleiche bestellen konnte. Entweder man entschied sich für das Huhn mit Reis, Suppe und einem Saft, oder ein Stück Rindfleisch mit Suppe und einem Saft für insgesamt 3 Euro. Bei der Suppe handelte es sich um eine Art Gemüsesuppe, wobei mir bisher unklar ist, was genau sich in der Suppe befand. Das Rindfleisch oder das Hühnchen wurde immer zusammen mit Reis serviert und einem wie eine Banane aussehenden Gemüse mit Namen Platano. Nach dem Essen machten wir uns auf den Rückweg in die Schule um an einem Ausflug in das Museum der Wissenschaft teilzunehmen.

Endlich Feierabend? Von wegen!
Zurück zu Hause versuchte ich meine Hausaufgaben zu erledigen, was sich als sehr schwierig rausstellte, denn mein Gastbruder spielt leidenschaftlich Violine und das mindestens 3-4 Stunden am Tag. Zusammen mit meinem immer noch vorhandenen Jetlag führte das dazu, dass ich das Lernen auf den nächsten Tag verschob und es dabei beliess meine Aufgaben zu beenden.



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