Malaria-Gefahr in Deutschland?

Malaria-Gefahr in Deutschland?


MalariaExperten prognostizieren

MalariaExperten prognostizieren eine m√∂gliche Malaria-R√ľckkehr nach Deutschland in den n√§chsten Jahrzehnten.
Das letzte Mal war Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg von einer gr√∂√üeren Malaria-Welle betroffen, als etliche mit der Krankheit infizierte Kriegsgefangene ins Land zur√ľckkehrten. Damals wurde schnell genug gehandelt und Malaria konnte sich nicht in Deutschland ausweiten. Bald jedoch k√∂nnte ein neuer Kampf bevorstehen ‚Äď Gr√ľnde: die Renaturierung der Fl√ľsse und, wie k√∂nnte es auch anders sein, der Klimawandel.

Bestand deutscher M√ľcken auf Pr√ľfstand

Die auch in Deutschland wohnhafte Anopheles-M√ľcke kann Malaria √ľbertragen. Durch das w√§rmer werdende Klima und die ruhigeren Gew√§sser werden die Lebensbedingungen der M√ľcken immer besser, eine Vermehrung ist mehr als nur wahrscheinlich. Um zu √ľberpr√ľfen, dass diese weiterhin frei vom Malaria-Erreger sind, m√ľssten ab sofort in regelm√§√üigen Abst√§nden von etwa f√ľnf Jahren Kontrollen und Bestandsaufnahmen der M√ľcken durchgef√ľhrt werden.

Regelmäßiger Malaria-Import

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts gelangt der Malaria-Erreger jedes Jahr im Blut von 500 bis 600 Reisenden nach Deutschland. Sollte die Zahl der M√ľcken steigen, w√ľrden auch mehr dieser Menschen gestochen und der Malaria-Erreger k√∂nnte sich √ľber die M√ľcken schneller ausbreiten. Allerdings besteht noch kein Grund zur Panik, schlie√ülich sind die kontrollierten M√ľcken zur Zeit absolut erregerfrei und es ist auch nicht gesagt, dass die Prognosen der Experten bez√ľglich der Vermehrung der M√ľcken √ľberhaupt wahr werden.

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

Individualprophylaxe: Reisende, die Malaria-Endemiegebiete aufsuchen wollen, sollten sich vor Antritt der Reise von einem Arzt mit entsprechender Erfahrung √ľber das Malariarisiko und die erforderlichen Vorsorgema√ünahmen beraten lassen. Im Beratungssystem tragen neben den Haus√§rzten und den √Ąrzten mit reise- und tropenmedizinischer Spezialisierung auch die Reise¬≠ver¬≠an¬≠stalter Verantwortung. Insgesamt muss erreicht werden, dass die Reisenden gr√ľndlich auf allgemeine und spezifische Gesundheitsrisiken in tropischen und subtropischen L√§ndern, erforderliche Verhaltensweisen sowie prophylaktische Ma√ünahmen hingewiesen werden.

Eine¬†Schutzimpfung gegen Malaria steht weiterhin nicht zur Verf√ľgung. Die M√∂glichkeiten zur Vorbeugung der Erkrankung umfassen daher die Expositionsprophylaxe und die Chemoprophylaxe:

Expositionsprophylaxe:¬†Die Anophelesm√ľcken sind nachtaktiv (ab Einbruch der D√§mmerung). Eine Expositionsprophylaxe kann das Risiko, an Malaria zu erkranken, deutlich vermindern. Folgende Ma√ünahmen kommen in Betracht:

  • der Aufenthalt in Moskito-sicheren R√§umen (Klimaanlage, Fliegengitter),
  • das Schlafen unter Moskitonetzen, am besten impr√§gniert mit insektenabt√∂tenden Substanzen,
  • das Tragen entsprechender (ggf.¬†impr√§gnierter) Kleidung (lang√§rmlige Blusen und Hemden, lange Hosen, Socken),
  • die Anwendung von Repellents.

Chemoprophylaxe: Die Chemoprophylaxe bietet keinen absoluten Schutz vor einer Malaria, erh√∂ht aber die Sicherheit ma√ügeblich. Die Entscheidung √ľber die Art der Malariaprophylaxe muss anhand des konkreten Reisezieles, der Reise¬≠zeit, der Reisedauer und des Reisestils vom Arzt individuell getroffen werden. Dabei m√ľssen u. a. Vorerkrankungen und Unvertr√§glichkeiten sowie Besonder¬≠heiten bei der Medikamenteneinnahme beachtet werden.


Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html